Tour auf den Großvenediger | © DAV/ Mick Birkel

Hochtour auf den Großvenediger

Schöne Tour mit netten Hütten und viel guter Laune

27.07.2026

Tourenbericht zur Hochtour Großvenediger in Ost-Tirol

Lange haben wir gewartet und jetzt es ging endlich los.

Unsere Truppe stabil geführt von Jürgen und Gregor, wurde ergänzt mit vielen lieben Menschen, welche diesen Ausflug zu etwas ganz besonderem machten.

Mit dabei waren Joanna, Julia, Monika, Peter, Heinrich, Martin, Thomas und meine Kurzatmigkeit.

Tagsüber wurden die Bein und Armmuskeln gefordert und ganztags bis in die Nacht hinein die Lachmuskeln.

Von Prägraten zur Bonn Matreier Hütte

Los ging es in Prägraten, von wo aus wir einen strammen und warmen Zustieg von fast 1200 hm bis zur Bonn Matreier Hütte hatten. Das Quartier wurde bezogen, die ersten Kaltgetränke genossen und nicht zuletzt die ersten Sprüche gekloppt. Nicht, dass wir unterwegs diesem Hobby schon unterwegs gefrönt hätten, aber manchmal fehlte auch einfach die Luft.

Nach einer ruhigen Nacht und gutem Frühstück, was eigentlich für alle Hütten und Nächte galt, sattelten wir auf, jammerten nach Sherpa und Lama, obwohl wir unsere Rücksäcke leichtpacken konnten. Es war ja heute nur eine Tagestour und wir konnten wieder zur Hütte zurückkehren.

So ging es dann bestens gelaunt bei gutem Wetter zu unserem ersten 3000er Gipfel dieser Tour.

Ab auf den Säulkopf

Ziel war der Säulkopf mit 3209m , welcher ein einfacher Berg mit schöner leichter Wegführung und einigen etwas spannenderen Elementen war. Oben angekommen war die Aussicht sensationell und wir feierten das leicht.

Die Rückkehr war ein leichtes Unterfangen… wir kannten ja den Weg.

Zu den Hütten kann ich nur sagen, dass die Verpflegung allesamt absolut ok war, wobei die ein oder andere sich mittlerweile am WLAN Zugang eine goldene Nase holen will.

Wir hatten ja alles dabei, was man so braucht…. Steigeisen, Seile, Hühner? Und Katzen..

Beides letztere entwickelte sich zu einem running Gag während der Tour und es reichte ein Wort um bei allen die normale Atmung auszusetzen zu lassen und loszulachen.

Das gern auch mal zu nachtschlafender Zeit. Zustände wir in der Jugendherberge waren das .

Aber so was von lustig.

An Tag 2 ging es auf den Rauhkopf

Der zweite Tag bescherte uns bei gutem aber windigem Wetter den Rauhkopf mit 3070 m.

Ein echtes Wander- und leichtes Kraxel Schmankerl, bei dem man das Gipfelkreuz suchen muss, das verhuschte Ding.

Unten angekommen nutzen wir den Schnee der Stunde um das stürzen und abrutschen am Gletscher bzw. Schneefeld zu üben. Kopf voran, rückwärts seitwärts in allen Lagen ließen wir uns den Hang runtersausen um dem der nicht aufgepasst hat die Taschen mit jeder Menge Schnee zu füllen.

Also Augen auf, Taschen zu 😉, zumindest beim Üben.

Direkt danach setzten wir zur Eisseehütte über um dort im ortstypischen sächsischen Dialekt empfangen zu werden.

Die Bergwege einfach traumhaft, Weitblicke  echt weit… soo weit, wie das Auge reichte.

Schön fertig von dieser Etappe war der Abend wieder einmal super lustig, Hühner wurden gejagt, Katzen mit Steigeisen vertrieben, normale Sachen halt.

Tag 3 und ein weiterer Gipfel

Der nächste Morgen verhieß nicht wirklich gutes Wetter und wir starteten  in Richtung Defregger Haus auf 2962m welches die Basis für den Großvenediger Aufstieg sein sollte.

Der Weg dorthin sollte kein leichter sein mit wieder mal fast 1200 hm rauf und 600 runter. Nachdem wir am Wallhorntörl einer windigen Scharte mit vollem Gepäck ankamen, schnappten wir noch die Weißspitze nebenan mit 3300 m Höhe.

Ein Berg der oben herrlich und unten ein Trümmerhaufen ist. Klettern über Blockgelände, Schutthalden ohne Ende, sandige Hänge mit Absturzlust und gerade mal fußbreiten Spuren wo man hintreten konnte, machten den Weg rauf und runter schon etwas abenteuerlich.

Dazu kamen immer wieder ein paar fette Windböen, die einen fast von den Füßen holten.

Sagt man eigentlich holten oder nahmen? (Ich frag für einen Trierer Freund).

Aber was macht man nicht alles um einen weiteren Gipfel zu bekommen.

Danach wurde es erst richtig lustig. Der Abstieg vom Wallhorntörl ging über eine stark steinschlaggefährdete Rinne, welche wir erst nach Begutachtung und Abstimmung angingen.

Einzeln wurde diese Rinne abgeklettert und es regnete nur so Steine. Dieser Weg sollte eigentlich aufgegeben werden, da er echt haarig ist.

Wir kamen alle gut unten an, der Abstieg war jedoch weit, viel weiter als gedacht, da der Gletscher unten auch nicht mehr das ist, was er mal war. Also erst mal danach Schneefelder gequert und bis zum Hintern eingesackt, dann eine schlübberige Schutthalde mit jede Menge Blankeis drunter in Angriff genommen.

Hier haben wir später Haltungsnoten für den schönsten Freiflug vergeben, weil sich neben uns sogar fette Blöcke auf dem Eis in Bewegung setzten, wenn wir sie nur schräg anguckten.

Jetzt aber… den Gletscher hoch jippeyyeah,  Steigeisen an und los. Es war die helle Freude und wie die Kinder hüpften wir los, obwohl einer von uns anscheinend rückwärtsgehen wollte.

Wir konnten ihn dann doch zur normalen Vorgehensweise überreden und so kam es , dass wir geschlossen noch ein paar Eisschrauben versenkten und gut vorankamen.

Weglos, total weglos wurde es. Da diese Strecke wohl kaum noch begangen wird, kamen wir am Ende dann nicht ohne GPS und Handy weiter.

Keine Markierungen mehr zu sehen, war es dann ein Eiertanz zwischen den Felsen um den Weg zur Hütte zu finden.

Endlich die Hütte in Sicht, in welcher wir in dieser Nacht bis zu drei Decken brauchten um einen warmen Hintern zu bekommen. Gut, der ein oder andere Zirbe und so half auch etwas.

Dann kam das Wetter.....

und das Elend nahm seinen Lauf. Der Wetterbericht hatte nichts Gutes im Sinn und so war es dann auch, dass wir Morgens dem Regen zusahen. Der Gipfel verschwand im White Out und wir hofften bis halb Zehn, als die erste komplett durchnässte Gruppe auf halbem Weg vom Gipfel zurückkam und froh war die Hütte zu finden.

Das wars dann mit unserem Hauptziel und wir trollten uns dick eingepackt, aufgrund Regen und stürmischen Böen in Richtung  Johannishütte den Berg runter. Hier wurden ein paar kleine Ausläufe rechts und links absolviert, der letzte Abend zelebriert um wieder einmal Steigeisen, Katzen  und Hühner… ihr wisst schon…

Die Seile wurden während dieser Tage immer wieder reihum verteilt und geschleppt. Das sah gut aus😉

Dank der souveränen Leitung unserer beiden Trainer war die ganze Tour ein echtes Highlight und wir werden, so denke ich noch lange davon zehren.

In diesem Sinne für das Team, welches super eingespielt am Berg agiert hat. Es war eine runde Sache mit euch.

Euer Mick